Archiv der Kategorie: kulturell

Der große Magier ist gegangen 

Zum Tode von Leonard Cohen fühle ich große Trauer.

Auf einem Konzert in Oberhausen habe ich ihn einmal live erlebt. Mit seiner Stimme, seinen Songs und seiner sanften Musik hat er eine ganz besondere Atmosphäre kreiert. Ich dachte, da steht ein großer Magier auf der Bühne. Nun ist er gegangen.

Zum ersten Mal habe ich ihn bei einem Auftritt im Fernsehen bei Wetten dass… gesehen. Damit ist er mir immer in Erinnerung geblieben. Den Mitschnitt gab es auch auf YouTube. Leider finde ich ihn nicht mehr. Aber dieser Mitschnitt ist auch schön.

Steinbruch Demokratie: Lesung aus „Wie eine Träne im Ozean“ von Manès Sperber

Mein Freund Paul Humann und ich werden bei dem Projekt Steinbruch Demokratie von Paul Baumann mit einen Beitrag dabei sein:

Am Mittwoch, den fünften Juni werden wir aus der Romantriologie „Wie eine Träne im Ozean“ vorlesen. Der Roman handelt in der politischen Landschaft Europas in den Jahren zwischen 1930 und 1945. Die Figur im Mittelpunkt ist ein kritischer Revolutionär namens Dojno Faber. In einer langen Reise durch Europa erlebt er die Machtergreifung der Nazis, den Ausbruch des zweiten Weltkriegs sowie die Zeit des Widerstandes bis Kriegsende. Er schlägt sich im kommunistischen Untergrund durch und muss Diktatur und Terror erfahren.
Paul Humann und Wolfgang Küppers lesen aus diesem europäischen Schichsalsroman. Neben tiefen Einsichten über Gewalt, Terror und die revolutionäre Bewegung erzählt der Autor Manès Sperber eine spannende Geschichte.
Die Geschichte des Dojno Faber berührt viele Grundsätzfragen. Einerseits geht es um politische Fragen der 30er Jahre, z. B. was ist eine Bewegung? Was bedeutet sie für die einfachen Leute? Wann wird aus einer Bewegung eine Partei? Und andererseits geht es um zentrale menschliche Fragen, wie Lüge und Wahrheit, Was tun wir, um nicht vergessen zu werden? Kann Liebe in Zeiten von Diktatur, Krieg und Revolution geben?
Der Autor Manès Sperber hat zudem Zeit seines Lebens die Strukturen und das Funktionieren von totalitären Machtsystemen analysiert. So setzt er sich sozusagen über sein literarisches Ebenbild Dojno Faber mit dem ständig bedrohendem Nationalsozialismus, aber noch viel intensiver mit den immer diktatorischer werdenden kommunistischen Parteien Europas und dem Stalinregime auseinander. Er muss bekennen, dass der revolutionäre Idee letztendlich an der Diktatur in Moskau gescheitert ist. Wegen dieser Einsicht ist Manès Sperber in Rezensionen seiner Bücher auch „Autor des Irrtums“ genannt worden. Der Weg zu dieser Einsicht beschreibt er nicht zuletzt auf mehr als eintausend Seiten in seinem Roman „Wie eine Träne im Ozean“, mal spannend, mal nachdenklich, immer bewegend und erschütternd.
Ich habe „Wie eine Träne im Ozean“ als junger Erwachsener in der Schule gelesen. Im Gegensatz zur meisten anderen Schullektüre empfand ich den Roman nie als Pflicht sondern er hat mich sehr geprägt. Er gehört zum Fundament meines politischen Denkens und hat bei mir die Auseinandersetzung mit totalitären Denkweisen bewirkt. Heute, über fünfundzwanzig Jahre später scheinen mir sowohl das Buch als auch der Autor Manès Sperber ein wenig in Vergessenheit geraten zu sein. Jedoch kam mir die Idee nicht deshalb. Vielmehr war es der Eindruck eines Kapitel des Romans über den gescheiterten Aufruf zum Generalstreik gegen die Machtergreifung der Nazis, der für mich eine Verbindung zu dem Projekt Steinbruch Demokratie darstellte. Ermutigt durch Paul Baumann habe ich mich zur Lesung bereit erklärt und in Paul Humann einen großen Unterstützer gefunden.
Ich lade Sie, verehrte Leser dieses Blogs, sehr herzlich zu der Lesung ein. Lassen Sie sich in die Geschichte des Dojno Faber einführen und diskutieren Sie anschließend mit, mit Lob oder Kritik – oder Beidem.
Treffpunkt: Der Kulturcontainer von Steinbruch Demokratie am Fritz-Rahkob-Platz in 45879 Gelsenkirchen
Zeitpunkt: Am 5. Juni 2013 um 19.00 Uhr

Nachtrag: Wie ist ’s gewesen?

Klare Antwort: Klasse!
Betrachten wir zunächst die Anzahl der Zuhörerinnen und Zuhörer, war es ein klassischer Reinfall. Außer Organisator Paul Baumann, meinem Co-Vorleser Paul Humann und mir waren gerade mal vier Leute gekommen. Aber das war egal.
An einem herrlichen, sonnigen Abend unter freiem Himmel haben wir zunächst in die Handlung des Romans eingeführt – und mussten danach abklären, ob überhaupt vorgelesen werden soll. Denn es begann gleich eine Diskussion unter den Zuhörern über die politische Zeit in der der Roman spielt. Dennoch habe ich doch meine Lesung gehalten. Eine Szene von ca. zwanzig Minuten. Der tragische Held Dojno Faber erfährt von einem Flüchtling die Wahrheit über die Gefangnenlager in Rußland unter der Stalin-Diktatur, aber beschließt, nicht zu reagieren um den Widerstand gegen Hitler nicht zu schwächen.
Für die anschließende Diskussion gab es kein Halten mehr. Über die Bedeutung von Wahrheit, über die Gründe weshalb es von einer Idee um den Menschen zu helfen ein rücksichtsloser Machtapperat wird. Zuletzt wurde nach der Bedeutung für die heutige Zeit gefragt. Wie wird politische Macht heute ausgeübt? Wie werden politische Mehrheiten gebildet? Von hier aus war auch der Blick auf Gelsenkirchen nicht weit. Wovon ist die Gelsenkirchener geprägt? Hier wurde es sehr konkret. Die meisten öffentlichen Plätze sind verbaut, kein freier Raum vorhanden, der sich durch Bürger gestalten lässt. Auch die Durchschneidungswirkung der vorbeiführenden Straßen macht die Plätze unattraktiv. Statt dessen besser die Straßen sperren oder in die Platzfläche in einbeziehen.

Darum das positive Fazit. Es war eine spannende Diskussion. Herzlichen Dank an Paul Baumann und alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer!

Steinbruch Demokratie – Jetzt geht ’s los

Heute Abend beginnt um 19.00 Uhr das Gelsenkirchener Mitmach-Projekt Steinbruch Demokratie.

Paul Baumann, der bekannte Gelsenkirchener Kulturveranstalter, hat dieses Projekt aus Anlass der Machtergreifung der Nazis vor 80 Jahren entwickelt und organisiert. Die Hintergründe wurden in einem schönen Artikel zusammen gefasst.

Warum erwähne ich das dann noch hier? Mein Freund Paul Humann und ich sind mit einem eigenen Beitrag im Programm dabei.  Dazu später mehr.

Ich bin sehr auf das Programm gespannt: Der Anlass ist wichtig, das Programm ist vielfältig. Es wird viele verschiedene Sichtweisen auf unsere Demokratie geben. Das stelle ich mit kritisch-bereichernd vor. Vielleicht für mich auch nach 15 Jahren Lokalpolitik eine Betrachtung von außen auf das eigene Engagement.

Darum lege ich Steinbruch Demokratie jedem ans Herz.

 

Stolpersteine in Gelsenkirchen, Ermordung des NS-Opfers Erich Lange vor 80 Jahren gedacht

Eigenfoto Wolfgang Küppers Stolperstein Erich Lange Ermordung
Eigenfoto Wolfgang Küppers Stolperstein Erich Lange Ermordung

Am 23.03.2013 hielt ich an dem Stolperstein Erich Langes Ecke Ebertstraße / Am Rundhöfchen die folgende kleine Rede:

„Verehrte Anwesende,

Mein Name ist Wolfgang Küppers und ich bin Mitglied im Vorstand von Bündnis 90 / Die Grünen Gelsenkirchen.

Die Grünen Gelsenkirchen sind Paten des anderen Stolperstein Erich Langes in der Schwanenstraße, wo er gelebt hatte.

Ich nehme an, er war ein unbequemer Mensch. Seine Persönlichkeit ist umstritten. Erst war er Mitglied der SS, aber dann konnte er sich lösen und wechselte zur KPD. Man kann lange darüber nachdenken, was er in der Zeit bei der SS getan haben könnte.

Jedoch treten jeder Streit, jede Bedenken zurück vor dem Hintergrund seiner Ermordung durch die Nazis.

Mit der Patenschaft von Erich Lange wollten wir an einen Menschen erinnern, der sich hat lossagen können von einem System aus Rassismus, Gewalt und Terror – und dafür mit dem Leben bezahlen musste.

Hier zeigte sich schon früh die Grausamkeit der Nazis. Abtrünnige wurden mit dem Tode bestraft. Später, in den Kriegsjahren, mussten dies Menschen im Widerstand und Deserteure erleiden. In der Propaganda wurden sie als Feiglinge und Verräter diffamiert.

Wir erinnern uns an Erich Lange. Sein Tod führt uns die Grausamkeit des NS-Regimes vor Augen.

Für uns heute heißt dies: Eine Barbarei wie die, der Erich Lange zum Opfer wurde, darf es nie wieder geben.

Blog-Szene in Gelsenkirchen

Nachdem mein erster Blog „Biomancer.de“ den Servertod gestorben ist und nach nun zwei Jahren eine Art Neustart immer noch statt findet, gucke ich mich Orientierung suchend im Netz um, wer in der Gelsenkirchener Blogger-Szene noch da ist und wer nicht.

PatJe das ewige Blog meines Freundes Patrick Jedamzik, hat aber die politischen Themen in einen eigenen Blog patrick-jedamzik.de

Auch Irene Mihalic, die Bundestagskandidatin der Gelsenkirchener Grünen und politisches Multitalent, schreibt immer noch auf einer ansprechenden Seite.

Sandra Stoffers, A-capella-Sängerin von Salander schreibt auf Welt bewegen über ihre Musik und ihr politisches Engagement, aktuell in der Occupy-Bewegung. Sie hat ihre Vorgänger-Seite „Sandras Blog“ unter einem neuen Namen weitergeführt.

Das Gelsenkirchen-Bolg von Dennis Zitzewitz schreibt unermüdlich über Bemerkenswertes aus der Stadt in Mitten des Ruhrgebietes.

Nach wie vor gibt es den Roten Emscherboten. Knut Massmann beobachtet die Politik um die Partei die Linke in Gelsenkirchen.

Hometown Glory mit einer eigenen Sicht auf Gelsenkirchen(-Buer).

gelsen-pen sieht Gelsenkirchen mehr durch die fotografische Linse.

Online-Magazine

Buerpott ist ein Online-Magazin der Westfälischen Hochschule und bietet Aktuelles aus Buer.

Herr Kules Mit den eigenen Worten beschrieben: „Ein feuilletonistisches Magazin für Gelsenkirchen und Umgebung.“

Gelsenkirchener Geschichten Nach eigener Bezeichnung „Die interaktive Spurensammlung Gelsenkirchener Geschichte – Soziokulturelles von Gestern und Heute“. Eine Untertreibung sondern ein Füllhorn über Gelsenkirchen.

Nicht zuletzt gibt es da noch den „obersten Blogger der Stadt“. Die Kolumne von Frank Baranowski ist durchaus mal einen Besuch wert.

Es felht das Blog des anderen Dennis, Dennis Bartel mit seinen messerscharfen Beobachtungen der Gelsenkirchener Lokalpolitik. Auch Grünes Gelsenkirchen, das Blog-Projekt von Patrick Jedamzik über grünen und grün-nahe Themen ist vom Netz gegangen. Da ich da selbst mitgemacht habe, finde ich es besonders schade. Auch der Püttagoras meines Freundes Heiko ist leider vom Netz gegangen.